Im Handbuch war zu lesen, daß kalorische Restriktion bei Kindern abzulehnen ist. Soweit gut und nachvollziehbar. Was ist aber mit Kindern, die im Vergleich zu anderen von sich aus extrem wenig essen? Meine Tochter hat aufgrund einer genetischen Abweichung, dem Williams-Beuren-Syndrom, eine Essstörung. Diese zeigt sich darin, daß das Kind phasenweise nichts schlucken kann, pro Mahlzeit meist nur wenig ißt und darüber hinaus noch sehr wählerische ist. Die betreuende Genetikerin sieht keinen Handlungsbedarf, da meine Tochter trotz Kleinwüchsigkeit insgesamt einen sehr vitalen Eindruck macht und bis auf gelegentlich leichte Erkältungen kaum Krank ist. Als Eltern haben wir bisher darauf geachtet, daß das wenige, was sie zu sich nimmt, um so hochwertiger ist - d.h. vielfältig, vollwertig und so naturbelassen wie möglich. Bietet man ihr allerdings zucker- und weißmehlhaltige Nahrungsmittel an, ißt sie davon wesentlich mehr als sonst, lehnt dann aber alles Vollwertige schnell ab, denn das "Süße" schmeckt ja wesentlich besser. Als Eltern sprechen wir gegenüber den Großeltern und Betreuern des Kindergartens den Wunsch aus, daß unsere Tochter keine Zucker- und Weißmehlprodukte bekommen soll, was uns mitunter schon so ausgelegt wurde, als würden wir unsere Tochter nicht richtig ernähren - was man ja offenbar am Kleinwuchs erkennen würde...
Was soll ich tun? Dem Handbuch gemäß, ernährt sich unsere Tochter mit Sicherheit unterkalorisch. Soll ich deshalb die reizvolleren "süßen" Nahrungsmittel wieder stärker ins Spiel bringen?
Für Ihre Mühe danke ich im Voraus!
Micha19


