Guten Tag!Ich bitte um Ihren Rat bzw. Ihre Einschätzung: Ich nehme seit gut einem Jahr naturidentische Hormone (Rimkus-Kapseln) u es geht mir -was WJ-Beschwerden anbelangt- recht gut. Bei einer Kontrolle ergab sich nun ein Ö-Wert von 650 pg/ml!!! Bisher war er so bei ca. 70 pg/ml . Das Progesteron ist bei 20 ng/ml. Laut Arzt soll nur mal wieder eine Kontrolle gemacht werden u ich soll mich nicht beunruhigen, was ich aber doch mache. Was kann so ein hoher Wert bewirken? Kann es wirklich solche Schwankungen geben? Zur Info: ich nehme 2 x täglich 0,25 mg Östradiol und 100mg Prog.(in einer Kapsel zusammen) ein. Vielen Dank für eine Antwort! lg Sandy
Wenn ich vom Labor-Referenzbereich von 20-400 pg/ml für Östrogen ausgehe, ist das tatsächlich zu hoch und evtl. behandlungsbedürftig. Sie sollten einen Labortest bekommen (der ist auch von der Kasse her indiziert), der die Östrogene (vorallem Östradiol, Östron) einzeln misst und auch die weiteren Hormone bestimmt (inkl. Schilddrüsenwerte).
Östrogenüberschuss kann z.B. von Schilddrüsen-Überfunktion kommen, aber auch auf Fehlfunktionen der Gebärmutter und andere Krankheiten hindeuten, die ärztlich abgeklärt werden müssen (eine präventive Beratung ist hier nicht ausreichend). Es ist trotzdem auch gut möglich, dass die Werte ganz harmlos einfach durch die Östrogengabe erhöht sind, obwohl mir die Menge, die Sie einnehmen nicht hoch vorkommt (damit kenne ich mich aber nicht aus, also bitte einen Arzt konsultieren). Da der Arzt schon informiert ist und zu einer weiteren Kontrolle rät, können Sie diese ruhig abwarten. Vorher zum Arzt gehen sollten Sie, falls tatsächliche Probleme auftreten (z.B. Ödeme, Regelschmerzen, Krämpfe, usw.), das kann aber muss keinesfalls bei erhöhten Östrogenwerten passieren. 70 pg/ml ist zwar im Normbereich, als ideal würde ich aber Werte über 200 pg/ml sehen (bei ausgewogenem Östradiol:Östronverhältnis und sonst guter Hormonlage, z.B. hohes Progesteron!), d.h. prinzipiell sollten Sie schon weiter Östradiol ergänzen, solange es Ihnen damit gut geht.
Hallo KA, Schilddrüse ist ok (wurde bereits kontrolliert). Es kann evt. auch eine Zyste sein, dafür würden ab u zu auftretende krampfartige Schmerzen im Unterbauch sprechen.Was kann denn ein so hoher Wert über längere Zeit im Körper anrichten?? Ich habe gehört, dass die Gefahr der Thrombose steigt? Ich bin 50 Jahre. Kann es sein, dass der Körper zyklusweise doch noch selbst mehr Ö. produziert und das dann in Verbindung mit der Ö-Einnahme zu solchen Werten führt?? Nochmal danke für Ihre wertvolle Unterstützung in diesem tollen Forum!! LG Sandy
wie viele Stunden nach der letzten oralen Einnahme von Estradiol wurde Blut abgenommen?
“The doctor of the future will give no medication but will interest his patients in the care of the human frame, in diet, and in the cause and prevention of disease.” T. EDISON ( * mehr auf www AgePal.org )
Hallo Herr Dr. Schmitt, die Abnahme erfolgte wie immer bei meinen Kontrollen zur selben Zeit und zwar ca. 1,5 Stunden nach der Einnahme. Also, von daher keine Änderung.Darauf achte ich immer selbst, weil ich weiss, dass nach 2 Stunden die höchste Konzentration im Blut zu finden ist und es dann wieder "bergab" geht. Stimmt ,oder?? lg Sandy 61
Ihr bisheriger Wert von 70 pg ist als Maximum 2 Stunden nach oraler Einnahme eher als niedrig einzustufen (wobei die Frage des optimalen Spiegels sehr individuell unterschiedlich ist).
Ursachen Dass nun plötzlich ein hoher Wert herauskam, kann durchaus von den im Bereich der Perimenopause oft flukturierenden und in schneller Folge nach beiden Seiten ausschlagenden körpereigenen Ausschüttungszyklen kommen.
Vorgehen Da die Fluktuationen von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen können, läßt sich nicht sagen, ob Spitzenwerte nur gelegentlich oder auch etwas öfter vorkommen. Wenn hohe Ausschüttungen für einige Monate häufiger sind, kann man das aber sehr gut an auftretenden Estradiol-Dominanzsymptomen (wie Brustspannung, Wassereinlagerung) selbst an sich feststellen. Hier geben sogar die Symptome bessere Rückschlüsse auf das grundlegende Östradiolbild als Messungen, die ja immer nur eine Momentaufnahme sind.
Risiken Stark flukturierendes Estradiol kann in erster Linie beim schnellen Abfall Probleme verursachen (Migräne!, mentale Störungen). Da Sie aber ein gewisses Maß an Estradiol zuführen dürften diese Symptome allenfalls schwach ausgeprägt auftreten, da die Spiegel ja nicht ins Bodenlose fallen können. Da Sie mit körperidentischen Progesteron substituieren brauchen Sie sich auf der anderen Seite keine Sorgen um gelegentliche Estradiolspitzen zu machen. Um den körpereigenen Hormonhaushalt noch besser zu imitieren, zu optimieren und einen weiteren Krebsschutz zu haben, sollten Sie aber mit Ihrem Arzt sprechen, dass er Ihnen für die Kapseln Estriol (E3) als zusätzlichen Inhaltsstoff mit aufschreibt (z.B. 1mg täglich; die im Unterschied zu P und E2 auch nur einmal am Tag zugeführt werden können, was die Individualrezeptur kostengünstiger macht. Man hätte dann allerdings zwei verschieden zusammengesetzte Kapseln für morg u abends).
Zukunft Für eine langfristige Dauerlösung für die voll ausgeprägte Menopause sollten Sie darüber nachdenken, die Hormone (zumindest aber Estradiol) transdermal zuzuführen, um dessen z.T. ungünstige Leberverstoffwechselung teilweise zu umgehen. Auch die Amplitude der Blutspiegelverlaufskurve ist dann etwas günstiger.
Freundliche Grüße
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Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort!!! Brustspannungen, W-einlagerungen--ja das kenne ich alles. Manchmal sehr schlimm, zur Zeit gar nichts. Heute war ich zur Kontrolle, ergebnis bekomme ich am Donnerstag,mal sehen wie sichder Ö-wert verändert hat.
Zum Thema Leberverstoffwechselung habe ich Ihnen nachfolgend einen Mailauszug von Dr. Rimkus angehängt.Angeblich bedeuten die bioidentischen Hormone keine Belastung für die Leber ??!?
Zitat:Dass natürlich ein Gift - wie die Industriechemikalien - auf keine Fall die Leber passieren sollte, weil diese ja den Entgiftungsprozess machen soll und sich aber damit selber schädigt, so werden dann Halbwahrheiten verbreitet, als ob alle Hormone nicht oral eingenommen werden dürfen. Die Plagiate haben ihre Fettlösligkeit eingebüsst und kommen daher im Speisebrei primär zur Leber. Die fettlöslichen Originale durchwandern aber erst den Körper, bevor sie bei der Leber ankommen. So dumm, wie unsere "Wissenschaftler" unseren Körper machen, ist er gottlob dann doch nicht! Der Körper würde niemals ein Hormon produzieren, welches sofort von der Leber neutralisiert werden würde. Da aber unsere "Wissenschaftler" so tun, als gäbe es nur ihre Hormonfälschungen - bzw als gäbe es zwischen diesen und den Originalen des Körpers keine Unterschiede...!!!? - so wird dann der Ärzteschaft ein Täuschungsgebäude präsentiert, wo dann die Ansichten der Industrie Sieger bleiben! Und, die Rechnung geht auf, denn 99 Prozent der Ärzteschaft folgt diesen Vorgaben und plappert unreflektiert das nach, was von oben verkündet wird-. Und das dann halt leider nicht immer zum Wohle der Patienten.Zitatende
Ich freue mich auf Ihre Meinung und danke nochmals sehr! Freundliche Grüße Sandy
Das Thema indiviuelle bioidentische Hormonoptimierung ist ein hoch komplexes und die meisten Hauptfehler und Fehleinschätzungen ergeben sich vor allem aus zwei Gründen.
Zunächst ganz generell aus der Tatsache, dass es mit patentierbaren, profitablen und bisher zu 98% eingesetzten "Hormonmedikamenten" der Pharmaindustrie schon von der menschlichen Physiologie her gar nicht möglich ist, ein natürliches, individuell abgestimmtes und damit langfristig gesundheitsförderndes Hormonmilieu zu generieren. Hier hat Herr Rimkus auch mit seiner drastischen Bewertung absolut recht. Wir reden hier deshalb ausschließlich von exakt bioidentischen menschlichen Hormonen. Andere Formen, die Frauen verabreicht wurden und werden - egal ob synthetisch veränderte "Hormone" oder natürliche Hormone in Form von Pferdehormoncocktails haben mit Hormonersatz im eigentlichen Sinn absolut nichts zu tun.
Zweitens aber muss man sich auch beim Einsatz ausschließlich körperidentischer Hormone vor Vereinfachungen hüten. Das Thema ist so komplex, dass es in diesem Rahmen nicht einmal möglich wäre, auch nur die wichtigsten Aspekte ausreichend differenziert aufzulisten. Deshalb hier nur ein paar wenige Beispiele zu Verdeutlichung der Komplexität.
Der Metabolismus oral zugeführter Hormone hängt von der Hormonart, den Begleitstoffen, dem Magenmileu (z.B. Art der Fette) und weiteren Faktoren ab. Was die Leberverstoffwechslung betrifft, geht es bei den natürlichen Hormonen nicht um eine Leberschädigung, sondern besonderen Formen von Stoffwechselprodukten, die gebildet werden. Letztere entstehen z.B. auch an den Zielorganen, etwa dem Brustgewebe. Allerdings muss man betonen, dass die Frage der günstigen oder ungünstigen Stoffwechselprodukte von einer Vielzahl von weiteren Faktoren abhängt (Ernährung, Fettmasse, Genetik etc.). Ungünstige Stoffwechselprodukte können allerdings auch bei transdermaler Applikation entstehen. Schwarz/weiß-Denken ist hier nicht korrekt.
Um nur einmal beim Estradiol zu bleiben. Bei oraler Aufnahme steigt das HDL-Cholesterin etwas stärker an als bei transdermaler Zufuhr (also ein positiver Effekt, vor allem bei Frauen mit spezifischen Problemen). Dafür lassen sich über die transdermale Zufuhr die Triglyzeride und verschiedene bedeutende gefäßrelevante Entzündungsreaktionen wirksamer senken (im Blut z.B. über eine Reduktion des "hochsensitiven CRP" zu erkennen). Bei oraler Estradiolgabe kann das Östrogen Estron (obwohl gar nicht substituiert) schnell unphysiologisch hohe Spiegel erreichen (vor allem ab 0,5 mg Estradiol pro Tag), bei transdermaler Ergänzung geschieht das nicht (im Zweifel einfach mal das Estron mittesten lassen).
Die Liste der notwendigen Differenzierungen könnte allein beim Estradiol noch weiter fortgeführt werden. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass Estradiol in der Gesamtbilanz speziell bei nichtgeringer Dosierung sich über die transdermale Schiene besser in die menschliche Physiologie einpassen lässt (wenn es richtig und individuell abgestimmt geschieht) und sich dadurch mehr gesundheitlich positive Effekte und ein günstigeres Risikoprofil erzielen lassen.
Bei anderen Steroidhormonen (Estriol, DHEA, Progesteron, Testosteron) muss die Frage wieder völlig anders differenziert werden.
Wenn also Estradiol oral substitutiert wird sollte man: 1. ab einer Dosierung von 0,25 mg/d den Spiegel von Estron im Auge behalten 2. unbedingt das "Schutzöstrogen" Estriol mit substituieren (das gilt allerdings für jede Form von langfristiger Estradiolergänzung).
Der wichtigste Merksatz zur Hormonergänzung bei Frauen aber ist (und hier ist Herrn Rimkus aus physiologischer Sicht uneingeschränkt zuzustimmen):
Jegliche Substitution irgendeiner Form oder Komposition von Östrogenen NIEMALS mit einem synthetischen Gestagen kombinieren, sondern nur und unbedingt mit exakt körperidentischem Progesteron.
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also bei Herrn Dr. R. frage ich mich immer, ob der wirklich Dr. ist oder nur so tut. Von First-Pass-Effekt hat der glaube ich noch nie was gehört. Und seine oft radikal anmutende Ausdrucksweise und schlechte Grammatik tut ihr übriges. Herr Dr, R. meint ja auch das transdermale Applikation von Hormonen Unfug ist. Zitat: 1. Eine Anwendung von äusserlich anzuwendenden Hormonen (Cremes, Pflaster oder Salben) ist nicht die Methode RIMKUS! So eine "Behandlung" bleibt nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung nahezu wirkungslos!
Auch diese Aussage disqualifiziert ihn für mein Empfinden: Zitat: 4. Wenn Ihnen Androgene (DHEA, Testosteron) verordnet werden, so ist diese Massnahme in meinen Augen nur extrem selten notwendig (Nebenwirkungsgefahr, wenn kein Mangel besteht!). In der Regel bessern sich diese Hormone spontan bei längerer Anwendung allein von Östradiol und Progesteron. Sind Sie bitte sehr kritisch gegenüber diese Zusätzen!
Und reines Östradiol zu substituieren ohne Östriol, ist meiner Meinung nach gefährlich, aber ich bin kein Experte.
Mich würde sehr interessieren wie individuell seine angeblich individuell zusammengemischten Rimkus-Kapseln wirklich sind. Wurde die Zusammensetzung schonmal angepasst aufgrund der Meßwerte?
Ihre kritischen Anmerkungen zu einigen Rimkus-Aussagen haben Ihre Berechtigung. Nur solle man nicht über das Ziel hinauszuschießen. Herr Rimkus ist schon ein sehr fähiger Gynäkologe und ich kann versichern, er therapiert auch wirklich äußerst individuell.
Nur manchmal kann man - vielleicht nicht zu unrecht - den Eindruck haben, als würde er seine einmal aufgestellte "Methode-Rimkus" nicht oder zu wenig den inzwischen doch verbesserten und differenzierteren Erkenntnissen anpassen und einmal aufgestellte Schemata nicht ausreichen kritisch auf den Prüfstand zu stellen.
Er kann immer noch als d e r deutsche Pionier einer Hormonoptimierung angesehen werden, die diesen Namen wirklich verdient. Und damit hebt er sich noch immer von der absoluten Mehrheit seiner deutschen Kollegen ab. Nur das bessere ist eben des guten Feind und insofern ist es nur zu begrüßen, dass es inzwischen auf hohem Niveau aufgeklärte Frauen gibt, die heute (noch) mehr erwarten. Das ist eine gute Entwicklung.
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Ok, sorry, wollte da niemandem zu nahe treten, aber ich habe auch schon in anderen Foren von anderen Frauen gelesen die diese Kapseln nehmen und irgendwie, also manchmal hab ich das Gefühl ich hab´s mit ´ner Sekte zu tun, oder Herr Rimkus schreibt dort selbst... Der eigentliche Pionier auf diesem Gebiet ist für mich Dr. John R. Lee und selbst er verweist auf Katherine Dalton als Wegweiserin der natürlichen Progesterontherapie schon in den 50er Jahren.
Ich mag es jedenfalls nicht, wenn jemand sich selbst als Erfinder von etwas darstellt, was andere schon längst vorher angewendet haben, und dann noch der transdermalen Anwendung jegliche Wirkung abspricht